Tipps zur Nachhilfe

Wann ist Nachhilfe sinnvoll?

Damit Nachhilfe sinnvoll ist, gibt es aus Lehrersicht drei grundsätzliche Voraussetzungen:

  1. Der Nachhilfeschüler muss bereit sein, Zeit zu investieren,
  2. er muss bereit sein, an seiner Lernstruktur zu arbeiten und
  3. er muss Lernbereitschaft (Willen) mitbringen.

Bevor Du Nachhilfe nimmst, solltest Du aber Rücksprache mit den jeweiligen Fachlehrern halten, wo genau Nachholbedarf ist und welche anderen schulischen Optionen zur Wahl stehen, z. B. zusätzliche schulische Förderkurse oder gar das Wiederholen einer Klassenstufe.

Wie viel darf gute Nachhilfe kosten?

Je nach Unterrichtsfach, Anzahl der Studiensemester und Nachhilfeerfahrung sind zwischen 12,- und 20,- €/Std. normal. Auch Angebot und Nachfrage regeln vor Ort den Preis. Ausgebildete Lehrer können natürlich deutlich darüber liegen.

Wo sollte gelernt werden?

Prinzipiell sollte dort gelernt werden, wo man sich wohl fühlt und auch dauerhaft lernt. Dieser Ort sollte reichlich Platz zum Ausbreiten und Ordnen der Unterlagen bieten, eine gute Beleuchtung haben und Ruhe bieten, d. h. kein ‚Durchgangszimmer‘ wie Küche, Flur etc.. Und auch wenn es schwer fällt, solltest Du alle digitalen Geräte wie z. B. Smartphone, PC, Fernseher etc. ausschalten, um Dich ganz auf das Lernen zu konzentrieren. Ansonsten ist kein nachhaltiges Lernen möglich und Du brauchst deutlich länger.

Da viele Jugendliche z. T. mehr als 10 Std. sitzen, ist es wichtig, dass Deine Sitzgelegenheit eine rückenschonende Sitzhaltung gewährleistet, d. h. insbesondere einen geraden Rücken. Das kann z. B. durch einen Gymnastik-Sitzball oder gute rückenunterstützende Bürostühle geschehen. Auch die ergonomische Anpassung der Stuhlhöhe an Deine Körpergröße ist wichtig, damit Deine Arme die richtige Höhe zur Arbeitsplatte, Tastatur und Maus haben und so ein entspanntes Arbeiten möglich ist.

Aus diesen Gründen erscheint es logisch, dass der optimale Lernort ein eigener Arbeitsplatz zu Hause sein sollte. Doch wenn dies nicht möglich ist, kann Nachhilfe auch an anderen Orten wie beim Nachhilfelehrer zu Hause oder in einer Bibliothek etc. stattfinden.

Wie oft sollte Nachhilfe genommen werden?

Wie bereits erwähnt ist Zeit ein wichtiger Faktor. Nur einmal eine Stunde die Woche oder nur kurz vor einer Arbeit ist nicht sinnvoll.

Optimal sind zweimal die Woche je 90 Min. Eine Einheit davon kann auch alleine erfolgen, wenn dies von Deiner Nachhilfelehrkraft begleitet wird. So kannst Du Dir z. B. in der Woche einen festen Termin machen, an dem Du Aufgaben aus Deinen Unterlagen von der Schule wiederholst oder Aufgaben Deiner Nachhilfelehrkraft bearbeitest. In der eigentlichen Nachhilfestunde kannst Du sie zu Beginn der Stunde mit Deiner Nachhilfelehrkraft besprechen oder konkrete Fragen stellen. Denn langfristig sollst Du ja auch alleine lernen.

Welche Lernmaterialien sind sinnvoll?

Lerne mit Deinem Material, denn das ist Dir vertraut und Du musst ja auch im Unterricht alleine damit arbeiten können. Dazu gibt es viele Lernmethoden, wie auch mit denselben Aufgaben immer wieder geübt werden kann, z. B. Aufgabenvariation, Lerngeschichten, Strukturenlegen …

Worauf sollte ich bei der Nachhilfelehrkraft achten?

Das wichtigste ist, dass die ‚Chemie‘ stimmt, denn sonst lernst Du in keiner entspannten Umgebung. Deswegen ist ein vorheriges Kennenlernen und evtl. Probestunden immer sinnvoll.

Eine gute Nachhilfelehrkraft sollte pädagogisch und didaktisch vorgebildet sein, d. h. sie sollte auf dem aktuellen Stand des Lehren und Lernens sein – Fachlichkeit ist nur die halbe Miete! Um langfristig eigenständig Lernen zu können, muss Du auch lernen, wie Du Dich organisieren und Dir auch selber helfen kannst!

Aus diesem Grund wirst Du auf unserem Nachhilfeportal auch nur Lehramtsstudenten, Lehrer und pädagogisch qualifizierte Nachhilfelehrkräfte finden.

Woran erkenne ich gute Nachhilfe?

Dies ist recht einfach: Dein Anteil beim Lernen und somit auch bei der Nachhilfe muss deutlich höher sein als der der Nachhilfelehrkraft. Du musst viel reden! Im Idealfall kann sich der Anteil der Nachhilfelehrkraft auf eine reine Lernbegleitung beschränken. Er schafft Dir eine Lernumgebung, gibt Dir an den für Dich schwierigen Stellen kleine Unterstützungen, zeigt Dir Selbstlernmethoden zum Vertiefen und Festigen des Gelernten.

Es wird Dir nichts nützen, wenn Deine Nachhilfelehrkraft Dir alles toll erklärt. Das bleibt nur kurz ‚hängen‘, denn Du musst für Dich Dein Wissen selbst konstruieren und das nach Möglichkeit über verschiedene Lernwege.

Download: Tipps LeaS

Wie wird an Schulen bewertet?

Lern- und Handlungskompetenz wird in den meisten Lehrplänen der Bundesländer unter den Aspekten der Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz erworben (vgl. z. B. Grundlagen zu den Lehrplänen der Sek I/II in Schleswig-Holstein).

Sachkompetenz

erfassen, erkennen von Sachverhalten, Fakten, Regeln, Begriffen

verstehen von Argumenten, Erklärungen

urteilen, bewerten von Zusammenhängen

verwenden von Fachterminologie, korrekter Sprache, anwenden von Fakten, Regeln, Begriffen

übertragen von Gelerntem auf neue Anforderungenssituationen

Methodenkompetenz

planen, organisieren, strukturieren, ordnen

Problemlösestrategien anwenden, nachschlagen, nachfragen

Ergebnisse präsentieren, gestalten, visualisieren

Informationstechnologien nutzen, Hilfsmittel verwenden

verwendete Methoden reflektieren

Selbstkompetenz

Selbstvertrauen entwickeln, Einstellung zu einem Thema haben

kritische Selbsteinschätzung üben, mit Misserfolgen umgehen

eigene Meinungen vertreten, eigenverantwortlich handeln

Lernprozesse und eigene Ziele mitplanen und anstreben, Lernergebnisse selbst überprüfen und überarbeiten, eigene Lernwege verfolgen

reflektieren, entscheiden

Sozialkompetenz

sich in andere/wechselnde Situationen hineinversetzen, sich identifizieren/distanzieren

zusammenarbeiten, Verantwortung für den gemeinsamen Lernprozess übernehmen

mit Konflikten angemessen umgehen, partner- und situationsgerecht handeln

Gespräche führen/leiten, Argumente austauschen, aufeinander eingehen

(Ministerium für Bildung: Lehrplan BFS I, Kiel 2006. Internet: http://lehrplan.lernnetz.de, 2014)

Die Kompetenzorientierung, die Grundlage der Notengebung ist, bietet auch die Möglichkeit, den Entwicklungsstand in den einzelnen Kompetenzbereichen genauer zu erfassen, um das jeweilige Entwicklungspotential voll auszuschöpfen.

Wie sollte die Zusammenarbeit mit den Fachlehrern der Schule aussehen?

Wir empfehlen Euch, eng mit den Lehrern zusammenzuarbeiten, denn sie sind es, die Dich später bewerten. Für viele ist es unangenehm, wenn andere wissen, dass man Nachhilfe nimmt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Nachhilfe zeigt, dass Du an Deinem Lernprozess arbeitest und offen für Neues bist. Das werden Deine Lehrer positiv unter Selbst- und Methodenkompetenz ‚verbuchen‘. Lasse Dir in regelmäßigen Abständen von Deinen Lehrern ein Feedback geben, gerne auch schriftlich, in welchen Bereichen Du Dich verbessert hast und wo noch gearbeitet werden muss. Dann kann Dein Nachhilfelehrer genau dort ansetzen.